Zeitgeschichte 2009

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Erstveröffentlichung dieses Artikels: 18/11/2009 - Quelle: NJ-Autoren

Zweiter Weltkrieg und Russland-Feldzug:

Freispruch für Hitler aus Israel!

Merkel von israelischem Historiker als Lügnerin entlarvt.

Während sich die die Kanzlerin der Globalisten am 1. September 2009 in Danzig anlässlich des von Polen vor 70 Jahren entfesselten Kriegs entschuldigte und den seinerzeitigen kriegstreibenden Mächten Großbritannien, Frankreich, Polen und Sowjetunion für deren Verbrechen an den Deutschen huldigte, wurde sie von dem namhaften israelischen Militärhistoriker Dr. Uri Milstein mit einem erstaunlichen Aufsatz als Lügnerin demaskiert. Wen es nach der Lektüre des folgenden Beitrags von Dr. Milstein nicht vor dieser Kanzlerin graut, dem graut es vor nichts mehr.

Der populäre israelische Historiker und Schriftsteller Dr. Uri Milstein kommt in seinem exklusiv für die DMZ verfassten Aufsatz zu dem Schluss: "Adolf Hitler hatte Ende der 1930er Jahre keinerlei Interesse an einem Weltkrieg, ja nicht einmal an einem Krieg gegen Polen. Vielmehr sorgte er sich - und zwar zu Recht -, daß sich die Streitmächte Großbritanniens und Frankreichs, gegen die Westgrenze des Deutschen Reiches werfen würden und daß dann zugleich die Rote Armee der UdSSR gegen die deutsche Ostgrenze marschieren würde."

Die Zahlen in Klammern im unten stehen Text entsprechen den Seitenzahlen im DMZ-Magazin):

 

Deutsche Militärzeitschrift (DMZ), Nr. 72, Nov./Dez. 2009

Stalins willige Helfer

Von Uri Milstein

Dr. Uri Milstein

Dr. Uri Milstein wurde 1940 in Tel Aviv gebo-ren und gehört zu den renommiertesten und bekanntesten israelischen Militärhistorikern und Publizisten. Ab 1958 diente er in einer Fallschirmjägereinheit in der israelischen Armee. Nach seinem Studium der Wirt-schaft, Philosophie und Politikwissenschaf-ten an der Hebräischen Universität Jerusa-lem lehrte er ab 1980 Militärgeschichte an israelischen Armeeeinrichtungen. In dieser Zeit veröffentlichte Dr. Milstein Bücher zur israelischen Militärgeschichte und speziell zur Fallschirmjägertruppe der israelischen Armee. 1995 veröffentlichte er eine kritische und heftig diskutierte Biographie über den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin (The Robin File: How Myth Was Inlated), in der er Rabins vermeintlich heroische Militärkarriere demontierte und ihm Feigheit vorwarf. Dr. Milstein gehört heute zu den streitbarsten und meistgele-senen israelischen Autoren.

Nachdem ich sämtliche militärische Schachzüge Adolf Hitlers - besonders aber jene vom August/September 1939 - genau analysiert habe, bin ich zu folgender Schlußfolgerung gelangt, die ich in meinem Buch "The Collapse and Its Lessons“ (1993; dt. Der Zusammenbruch und was wir daraus lernen können) veröffentlicht habe, in dem ich Parallelen zwischen dem Jom-Kippur-Krieg 1973 und dem Überschreiten der Maas durch die Wehrmacht 1940 zog: Der deutsche Reichskanzler hatte Ende der 1930er Jahre keinerlei Interesse an einem Weltkrieg, ja nicht einmal an einem Krieg gegen Polen. Vielmehr sorgte er sich - und zwar zu Recht -, daß sich die Streitmächte Großbritanniens und Frankreichs, sobald diese sich den Sand des Pazifismus, den ihnen die bolschewistische Propaganda in die Augen streute, herausgewischt hatten, gegen die Westgrenze des Deutschen Reiches werfen würden und daß dann zugleich die Rote Armee der UdSSR gegen die deutsche Ostgrenze marschieren würde.

Hitler schätzte, daß er noch Jahre der Aufrüstung und der inneren Festigung bedurfte, bevor er einen großen europaweiten Krieg würde riskieren können, und daß er, falls er nun doch einen Krieg riskierte, alles aufs Spiel setzen würde, was seine Politik geschaffen hatte: nämlich in nur sieben Jahren erfolgreichen strategischen Vabanquespiels ein besiegtes Land zu einer Großmacht zu machen. Hitler war sich am 1. September 1939 sicher, daß sein Einmarsch in Polen nicht zu einem Krieg führen würde - denn ihm stand die friedliche Vereinigung mit dem Sudetenland noch lebhaft vor Augen, bei dem kein einziger Schuß gefallen war - und daß Polen seine Vorschläge annehmen werde, ohne in den Krieg zu ziehen. Hitler dachte deshalb so, weil Polen schwächer war als die Tschechoslowakei und weil Stalin ihm öffentlich im Ribbentrop-Molotow-Pakt eine Nichtangriffsgarantie gegeben hatte und durch das geheime Zusatzprotokoll das künftige Aussehen Osteuropas bereits klar umrissen war. In jedem dieser Punkte sollte Hitler falsch liegen.

Achse Berlin-Moskau

Für Stalin lag die strategische Bedeutung des Paktes darin, daß er eine Achse Berlin-Moskau schuf, die es dem Reich zunächst gestattete, Westeuropa zu besetzen, die aber danach die Eliminierung des deutschen Bundesgenossen und als dritten Schritt die Unterwerfung der ganzen Welt unter den Bolschewismus gestatten würde. (44)

Selbst damals war klar, daß es sich um einen Pakt zwischen gewöhnlichen Sterblichen handelte, die bereit waren, ihn jederzeit zu brechen und den Gegner zu vernichten, noch bevor die Tinte auf dem Papier getrocknet sein würde. Vielleicht ließ Stalin den Vertrag in dem Kalkül von Molotow unterschreiben, daß das Dritte Reich seine Streitkraft nicht rascher erweitern würde, als es dies seit 1933 getan hatte; dann nämlich wäre Hitlers Armee Mitte der 1940er Jahre nicht in der Lage gewesen, einer einmarschierenden Roten Armee nennenswerten Widerstand entgegenzusetzen.

Seit den Tagen Zar Peters des Großen verkörperte Deutschland für die Russen den Gipfel des Fortschritts und das zu erstrebende Ideal. Aus diesem Grunde war Stalin gerade zu diesem Zeitpunkt an einem Krieg zwischen den kapitalistischen Westmächten gelegen, denen es nach seiner Meinung bestimmt war, sich früher oder später in die Gemeinschaft der kommunistischen Staaten einzugliedern. Aus diesen Gründen lag es für mich bereits zu einem Zeitpunkt, als ich noch nichts von Viktor Suworow und seinem Werk gehört hatte, nahe, daß Stalin Hitler dazu gedrängt hatte, Polen anzugreifen. Hätte Stalin Polen zum gleichen Zeitpunkt angegriffen, als die Wehrmacht dort einmarschierte, oder einen Tag später, wie Hitler von ihm forderte, dann hätten Frankreich und Großbritannien es nicht gewagt, dem deutsch-sowjetischen Militärbündnis den Krieg zu erklären. Das geht aus Hitlers Appell vom 3. September 1939 an die Sowjetunion hervor, wie vereinbart in Polen einzumarschieren, - demselben Tag, an dem Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärten, ganz wie Stalin es vorhergesagt hatte. Stalin war an dieser Kriegserklärung an Deutschland von Seiten der westlichen Demokratien sehr gelegen, denn dies würde eine künftige Bedrohung der UdSSR beseitigen und alle im Krieg befindlichen Nationen schwächen; dies sollte ein erster Schritt hin zu einer kommenden Invasion durch die Sowjettruppen sein.

Aufdeckung von Stalins Masterplan

Der ehemalige sowjetische Geheimdienstoffizier Viktor Suworow, der 1978 dem bröckelnden sowjetischen Totalitarismus (45) - jedes System bröckelt früher oder später - den Rücken kehrte und zum liberalen Westen überlief, hat sich mit Leib und Seele der Aufdeckung von Stalins Musterplan verschrieben: Der Sowjetführer strebte für den bolschewistischen Totalitarismus die Weltherrschaft an und wollte sich hierzu des deutschen militärischen Potentials bedienen, welches in der jüngeren Zeit - wenigstens aber seit den Militärreformen General Gerhard von Scharnhorsts in den Befreiungskriegen - ohnegleichen da stand. Stalins Ränke sahen vor, daß die überlegene deutsche Streitmacht unter dem "bösartigen und unbeherrschbaren Kriegshund", um Suworows Worte zu benutzen, losbricht: unter Adolf Hitler.

Seit den 1990er Jahren ist zwischen Historikern ein "Weltkrieg" um die Frage nach dem Hauptschuldigen entbrannt. Heute deutet alles auf einen Hauptschuldigen am Zweiten Weltkrieg - und auch an der Katastrophe, die das jüdische Volk getroffen hat -, und das ist nicht der "Kriegshund" Adolf Hitler, sondern auch derjenige, der diesen auf seine Nachbarn losgelassen hat: Josef Stalin. Suworows 2008 in den USA erschienenes Buch "The Chief Culprit“ (dt. Der Hauptschuldige) soll die These untermauern, die er erstmals 20 Jahre zuvor in einem Zeitschriftenaufsatz und in seinem Buch "Der Eisbrecher" veröffentlicht hat.

Suworows These ist dabei so simpel und elegant, daß es erstaunlich ist, daß er sie Mitte der 1980er Jahre als erster systematisch ausbaute. Man sollte betonen, daß "The Chief Culprit“ (2008) keineswegs bloß einen Neuaufguß des Klassikers "Der Eisbrecher“ (1989) darstellt. In sein neues Buch hat Suworow in meisterhafter Manier die aktuellsten internationalen Publikationen eingearbeitet, während sein Erstlingswerk zu dieser Thematik fast ausschließlich auf offen zugängliche Literatur der Sowjetära zurückgegriffen hatte. Hier erfahren so wichtige Geschehnisse wie der Mord an Leo Trotzki, der spanische Bürgerkrieg, der Angriff auf Japan im August 1945 - die Suworow bisher noch nicht in seine Überlegungen einbezogen hatte - eine kristallklare und detaillierte Betrachtung.

Mit einer für Akademiker ganz und gar professionellen Gehässigkeit war Suworows These von dem etablierten US-Historiker David Glantz 1998 in dem Buch "Stumbling Colossus“ (dt. "Strauchelnder Koloss") und 1999 von dem nicht minder respektablen israelischen Diplomatiehistoriker Gabriel Gorodetsky in dessen Werk "Grand Delusion“ (Die große Täuschung) angegriffen worden. Aber eigentlich diskutieren diese beiden die Erkenntnisse Suworows gar nicht, sondern stellen sich nur hin und behaupten schlicht, ihre Bücher hätten Suworows These widerlegt.

Die Mehrheit der studierten Historikerzunft hat sich ein Beispiel am Vogel Strauß genommen und in der Hoffnung den Kopf in den Sand gesteckt, daß das Totschweigen des Suworowschen Werkes dieses verglimmen lassen werde - das zeigt nur, wie überflüssig solche Historiker sind: Was sie verschweigen, wird eben hierdurch nur noch bekannter. (Ich selber etwa kam genau so zu Suworow: Ich hörte, daß man ihn totschweigt.) Glantz und Gorodetsky jedenfalls haben nicht vermocht, seine Argumente zu widerlegen, vielmehr haben sie offenbart, daß sie selber nur ein äußerst oberflächliches Verständnis von den Zuständen in der UdSSR besitzen. Ihre beiden Angriffe und das Schweigen der anderen machen ebenso eine Aussage über die westliche Linke - die ein marxistisch-leninistisch-stalinistisches Produkt ist, aufpoliert mit etwas intellektuellem Blabla der Frankfurter Schule und deren bekanntestem Repräsentanten im Westen, dem deutsch-jüdischen Gelehrten Herbert Marcuse - wie über Hitler und Stalin. (46)

Die sowjetischen und die westlichen Historiker hatten den Abschluß des Deutsch-Sowjetischen-Nichtangriffspaktes vom 23. August 1939 - den Molotow-Ribbentrop-Pakt - als etwas gerechtfertigt, das eben unter dem Zwang der Gegebenheiten stattfinden mußte und das man deshalb nicht verdammen dürfe, denn - so sagen sie - die UdSSR war damals sehr schwach, insbesondere weil sowjetische Offiziere den politischen Säuberungen zum Opfer gefallen waren, so zum Beispiel der Marschall der Sowjetunion Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski. Deshalb wollte Stalin ein paar Jährchen gewinnen, um sich für den entscheidenden Krieg gegen Hitler zu rüsten.

Vor Suworow war das allgemeiner Konsens; die Sowjethistoriker bangten um ihr Leben, ihre westlichen Kollegen waren von der UdSSR in Bann geschlagen. Und vor allem: Das Deutsche Reich griff die Sowjetunion im Juni 1941 an, und die Rote Armee brach zusammen. Das hieß für jedermann, daß es mit der Wehrkraft der Roten Armee 1941 nicht zum Besten stand, folglich mußte sie 1939 noch beträchtlich schwächer gewesen sein. Doch Suworow hat nun in seinem neuesten Buch dieses Argument mustergültig widerlegt und bewiesen, daß die Säuberungen die Rote Armee nicht nennenswert geschwächt haben. Stalin, dieser Meister der Täuschung, wußte sehr wohl um die ausgezeichnete Kriegsbereitschaft der Roten Armee, verbarg sie jedoch sorgsam vor der Welt. So weiß Suworow beispielsweise zu Stalins Verschleierungsstrategie zu berichten, daß in jenen Tagen, in denen der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt unterzeichnet wurde, die Rote Armee gerade einen triumphalen Sieg über die Japaner in der Mongolei errungen hatte - und dieser Triumph wurde auf Anweisung von höchster Stelle diskret unter den Teppich gekehrt.

Noch vor dem Ende des Ersten Weltkrieges schrieb der bolschewistische Revolutionär Wladimir Lenin in seinem Aufsatz "Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“ (1916/17), daß der kommunistische Totalitarismus den Krieg als Mittel benutzen werde, um die Welt zu erobern, und daß, sollte diese Aufgabe nicht vollbracht werden können, ein weiterer Weltkrieg vonnöten wäre, um die marxistische Utopie auf der ganzen Welt umzusetzen. Und bis die messianischen Tage dieser Utopie anbrächen, wollte Lenin seine Herrschaft auf die grausame "Diktatur des Proletariats" (Karl Marx) stützen. Nach der Oktoberrevolution 1917 versuchte Lenin, den Ersten Weltkrieg noch zu verlängern, indem er dem Deutschen Reich Unterstützung gewährte: Im März 1918 unterzeichnete die frischgebackene Russische Sowjetrepublik ein Friedensabkommen mit dem Deutschland, das somit einzig an der Westfront weiterkämpfen konnte. Überdies erhielt das Deutsche Reich von Rußland riesige Gebiete mit Industrieanlagen, landwirtschaftlicher Produktion und kriegswichtigen Rohstoffen. Lenin glaubte, daß die kapitalistischen Nationen des Westens ihre Bevölkerung auslaugen würden, so daß die unterdrückten Massen aufstehen und in ganz Europa Revolutionen entfachen würden, die direkt oder indirekt den Bolschewisten zugute kämen. Doch das Deutsche Reich willigte im November 1918 in den angebotenen Waffenstillstand ein, und die Revolten, die von bolschewistischer Seite losgetreten worden waren, erstarben rasch wieder. Bald war klar, daß der Kommunismus in Europa in Friedenszeiten keine Chance hätte.

Deshalb wurden die Bolschewisten heimliche Kriegstreiber. Stalins Plan sah vor, daß Hitler - dessen Werk "Mein Kampf“ so rasch wie möglich ins Russische übersetzt und von Stalin aufs genaueste studiert wurde - als "Eisbrecher" die Fahrrinne ins Innere des Ozeans frei machen (47) sollte, das das liberalistische westliche Europa darstellte. Nachdem Hitler Stalin den Weg durch die eisstarre Oberfläche des Kontinents gebahnt hätte, würden die Streitkräfte der Roten Armee ohne viel Widerstand in Europa einmarschieren können und mit ihren Bajonettspitzen den Völkern die Freuden des Kommunismus nahebringen. Hitler hingegen war kein besonders großer Leser der Werke Lenins und Stalins, und genau hierin lag einer der Gründe für sein letztliches Scheitern: Insofern war er Stalin intellektuell unterlegen. Und Krieg ist immer in erster Linie ein Krieg des Geistes, wie schon Friedrich II. von Preußen seinerzeit seinen Generälen einbläute.

Suworow wird in Israel geschätzt

Auch in der Mehrheit der übrigen westlichen Nationen - auch in Israel - ist Suworow bei der akademischen Historikerzunft alles andere als beliebt. Dennoch wird er hier in Israel von zahllosen Lesern geschätzt, insbesondere von den Millionen von Immigranten aus der ehemaligen UdSSR.
Der Haß der israelischen Akademiker ist so zu erklären, daß diese fast sämtlich von der linken Frankfurter Schule beeinflußt sind, die einen starken Einfluß auf die israelische Kultur hat. Allerdings haben Forscher der Gruppe "Ziviles Forum für die Untersuchung von Schlachten“ mehrere Gemeinsamkeiten zwischen den Thesen Suworows und ihren eigenen Untersuchungsergebnissen zu dem Krieg zwischen Israel, Ägypten und Syrien im Jahre 1973 herausarbeiten können. Eine hiervon lautet: Suworow zufolge plante Stalin, das Deutsche Reich anzugreifen, und Hitler kam ihm mit einem Präventivschlag am 22. Juni 1941 zuvor. Zu diesem Zwecke hatte Stalin eine riesige bewaffnete Armee an der deutsch-sowjetischen Grenze - auf dem Boden des besetzten Polen - aufmarschieren lassen. Auf die Frage, warum die Sowjetstreitkräfte gleich zu Beginn des Unternehmens "Barbarossa' von der Wehrmacht so vernichtend niedergemacht wurden, erwidern Glantz und Gorodetsky: weil Stalin die bei ihm eingegangenen Berichte so interpretiert hatte, daß Hitler es nicht wagen könne anzugreifen, so daß der Sowjetdiktator gänzlich unvorbereitet war. Suworows Erwiderung hingegen lautet so: Die Rote Armee wurde geschlagen, weil sie sich zum Angriff in Stellung gebracht hatte. So war es auch beim Jom-Kippur-Krieg: Die israelischen Streitkräfte entlang des Suezkanals und auf den Golanhöhen wurden vom Angriff von Ägypten und Syrien am 6. Oktober 1973 überrascht. Die meisten Geschichtswissenschaftler und Militärhistoriker - sowohl in Israel als auch andernorts - sehen den Grund für die Überraschung in einer falschen Auslegung der gewonnenen Daten. Die Mitglieder der Gruppe "Ziviles Forum" haben auf eine andere erstaunliche Tatsache hingewiesen: Nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 hatte die israelische Armee nur Offensivwaffen gebaut - Flugzeuge und Panzer -, nur offensive Strategien durchgespielt und für den nächsten Krieg nur offensive Operationen geplant. Die Verteidigung hatte sie vernachlässigt. Deshalb erlitt sie - wie Stalins Rote Armee - große Anfangsverluste, als Ägypten und Syrien ihr mit ihrem Erstschlag zuvorkamen. Erst nach einigen kritischen Tagen bekam Israel die Situation wieder in den Griff- wie Stalin ab dem Winter 1941/42.

Parallelen zum Jom-Kippur-Krieg

In der gleichen Weise, in der Suworows Thesen vom westlichen militärischen und historischen Establishment ignoriert werden, werden die Aufdeckungen des "Zivilen Forums“ entweder verschwiegen oder aber angegriffen. Hierin liegt einer der Hauptgründe für die "Torheit der Regierenden“, die die amerikanisch-jüdische Historikerin Barbara Tuchman 1984 in ihrem gleichnamigen Buch angeprangert hat: Die intellektuelle Elite klammert sich an irrige Dogmen, nur um nicht zugeben zu müssen, daß sie falsch liegt.

Stalin war - das ist beweisbar- nicht nur der Hauptschuldige am Zweiten Weltkrieg und an der Katastrophe, die die Juden getroffen hat, sondern auch - wie Suworow offenlegt - an dem nachfolgenden – marxistischen Einfluß, der sich Im vorgeblich liberalen Westen breitmachte.

Die vorgeblich liberalen Intellektuellen des Westens sind seit neun Jahrzehnten von der marxistischen Religion geprägt, und genau deshalb sitzen sie als Inquisitoren über Männer wie Viktor Suworow zu Gericht: weil diese das Versagen dieser Religion belegen können. Stalin gelang es nicht, Europa zu erobern, und was er erobert hat, ist heute längst wieder auseinandergebrochen. In einer Sache allerdings war Stalin Erfolg beschieden: Er hat die Intellektuellen des Westens vor seinen Karren gespannt. (48)